Der Weidenhof – ein Wohn-, Arbeits- und Lebensort

Der Weidenhof bietet für Erwachsene mit Autismus einen geschützten Rahmen, in dem sie ihre Individualität leben können. Denn die Bewohnerinnen und Bewohner haben unterschiedlichste Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie freuen sich, sind traurig, bedrückt oder fröhlich. Wenn sie Ängste haben, wenn sie etwas nicht verstehen oder verstehen wollen, wehren sie sich teils aggressiv oder reagieren auf ihre ganz besondere eigene Weise.
Unser Ziel ist es, dass alle Bewohner möglichst lebenslang in der Gemeinschaft des Wohnheims leben können. Dazu bieten wir umfassende Hilfen zur Strukturierung des Tages im Wohn-, Arbeits- und Freizeitbereich und zur Orientierung an. Außerdem haben wir den Anspruch, durch empathische Kommunikation, bei der wir uns auf unser Gegenüber einlassen, Sicherheit und Vertrauen zu schaffen.
Der Weidenhof ist eine offene Einrichtung. Wir leisten ganzjährig eine Betreuung von 24 Stunden täglich.

Verschiedene Wohnformen

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner des Weidenhofs leben in gemischten Wohngruppen zu sieben Personen zusammen. Macht es der Entwicklungsstand erforderlich oder möglich, versuchen wir die Wohnform individuell dem Bedarf anzupassen. So leben einige in einer nahegelegenen Wohnung im betreuten Einzelwohnen oder, wenn sie selbstständiger sind, in so genannten Trainingswohnungen. Ein besonderes Wohnangebot wurde für einen Bewohner realisiert, dem das Leben in einer Wohngruppe nicht möglich ist, ein betreutes Wohnen jedoch auch nicht in Frage kommt. Es wurde ein Appartement in Seerau geschaffen, das von den Mitarbeitern der Wohngruppe mit betreut wird.

Überschaubarer Lebensbereich

Jedes Gruppenmitglied bewohnt ein eigenes Zimmer mit einer Grundausstattung. Gerne können die Zimmer selbst eingerichtet und gestaltet werden.
Wohngruppen müssen für Menschen mit Autismus überschaubar und berechenbar sein. Die Bewohner brauchen oftmals viel Unterstützung, um das Leben im Heimalltag zu bewältigen und für die Gruppe ertragbar zu sein. Stereotypien und rituelle Verhaltensweisen werden akzeptiert, wenn dies Verhalten nicht die von der Person selber gewünschte Teilnahme an Aktivitäten verhindert und wenn sie das Gruppenleben nicht wesentlich beeinträchtigen. Aggressionen gegen Personen und Sachen, Selbstverletzung und zwanghafte Verhaltensweisen sollen aber unter professioneller Anleitung und Hilfestellung aufgefangen und vermindert werden. Handlungsalternativen anzubieten und zu trainieren ist ein wichtiger Bereich in der Arbeit mit Menschen mit Autismus.

Raum für Ruhe und Aktivität

Große Gemeinschaftsräume und die weitläufigen Anlagen des Weidenhofs sowie die ländliche Umgebung bieten den Bewohnern genügend Freiraum und wirken beruhigend. Alle Gruppen gestalten selbstständig ihre Versorgung im Alltag und regeln die Freizeit nach individuellen Bedürfnissen.

Strukturgebende Arbeit

Von Montag bis Donnerstag arbeiten die Bewohnerinnen und Bewohner tagsüber in den einrichtungseigenen Werkstätten. Sie füllen ihren Arbeitsalltag, der ihnen Struktur und Sicherheit gibt, mit Leben und identifizieren sich oft stark mit ihrer Aufgabe. Erfolgserlebnisse steigern ihr Selbstwertgefühl. Am Freitag finden Zimmerputz und Einkaufsaktivitäten statt. Das Wochenende ist „arbeitsfrei“ und der Tag bekommt seine Struktur durch die Aktivitäten im Wohnbereich.

Stabile Gemeinschaft

Die Gruppenmitglieder wachsen im Laufe der Zeit zu einer Gemeinschaft zusammen. Sie nehmen sich mit ihren Stärken und Schwächen wahr und kennen und respektieren untereinander ihre Eigenheiten und Eigentümlichkeiten. Autistische Menschen sind durchaus bindungsfähig, so dass auch Freundschaften entstehen können. Diese gestalten sich aber oftmals anders als gemeinhin gewohnt.

Grafik mit Text, Weidenhof: Ein Zuhause für erwachsene autistische Menschen
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